Auswirkungen der Abgeltungssteuer auf Fonds

Mit der Einführung der Abgeltungssteuer müssen zukünftig Kursgewinne aus Fonds auch dann versteuert werden, wenn die Anteile länger als zwölf Monate gehalten wurden. Bei einem Fondssparplan mit monatlich 100 Euro, einer durchschnittlichen Rendite von 6% und einer Laufzeit von 30 Jahren, muss der Anleger rund 17.000 Euro an Steuern zahlen.

 
 

Lasche "Steuern"Vorausgesetzt er konnte den Fonds auch wirklich über dreißig Jahre halten. Schichtet man früher um, ist die Abgeltungssteuer bei jedem Verkauf auf jeden Gewinn zu entrichten. In erster Konsequenz sollte Anleger Fonds wählen, die auch langfristig attraktive Aussichten bieten können.

Fondsanteile, die bis zum 31.12.2008 erworben wurden, fallen unter einen Bestandsschutz, es gelten die bisherigen steuerlichen Regelungen.

Neben der langfristigen Perspektive des gewählten Fonds sollten auch die Kosten in Zukunft besonders kritisch betrachtet werden. Die durchschnittlichen laufenden, jährlichen Kosten eines aktiven Aktienfonds liegen zwischen 1,5% und 2%. Diese fallen sowohl in guten als auch in schlechten Börsenzeiten an.

Eine nicht unerhebliche Gebühr, um die Dienste eines Fondsmanagers in Anspruch nehmen zu können. Tatsächlich schlagen nur die wenigsten aktiven Fonds ihren korrekten Vergleichsindex dauerhaft. Clevere Anleger setzen daher auf kostengünstige indexbasierte Fonds, beispielsweise Exchange Traded Funds (ETF). Indexing ist auch nach der Abgeltungssteuer die überlegene Anlagestrategie.

Wer auf Fondssparpläne setzt, kann zudem leicht in eine Steuerfalle tappen. Wenn Sie Fondsanteile aus ihrem Sparplan-Depot verkaufen, gilt das first in, first out Prinzip. Sie verkaufen also automatisch die ältesten Anteile im Depot. Das könnten Fondsanteile sein, die Sie vor dem 31.12.2008 erworben haben, für die also Bestandsschutz gilt. Es empfiehlt sich daher ein zweites Wertpapierdepot zu eröffnen, um alte Fondsanteile von den neuen Fondsanteilen zu trennen.

Einen weiteren Fallstrick stellen thesaurierende Fonds dar. Unter Anlegern ist der Irrglauben einer steuerlichen Begünstigung dieser Produkte weitverbreitet. Tatsächlich hat der Fiskus direkten Zugriff auf die Erträge der inländischen Thesaurierer, die Abgeltungssteuer wird direkt von Ihrem Bankinstitut oder Ihrer Fondsgesellschaft abgeführt. Bei der Veräußerung der Fondsanteile kann der Anleger den zu versteuernden Anteilspreis um die versteuerten Thesaurierungsbeträge verringern, ein erheblicher organisatorischer Mehraufwand für den Anleger.

Steuersparmodelle, die ihre Erträge nicht an den Anleger ausschütten, verloren ihre Attraktivität ab 2009 ebenfalls. Hierzu zählen beispielsweise die Erträge von Geldmarktfonds, die bisher steuerfrei waren, wenn sie nicht ausgeschüttet sondern dem Anteilspreis zugeschlagen wurden.

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